Vom Nachbarn bis zum Olympiasieger
Berlin, 10.10.2009.
Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin öffnet erstmals seine Pforten zum Tag der offenen Tür.

Am 10.10.09 hatten die Berliner die Möglichkeit, in einer besonderen militärischen Dienststelle in Berlin Mitte hinter die Kulissen zu sehen. Das Bundeswehrkrankenhaus Berlin präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit und bot ein reichhaltiges Programm. Während das Haus in zahlreichen Führungen und Fachvorträgen seine Leistungsfähigkeit darbot, bereicherten Ausstellungen des Fähigkeitsspektrums des Sanitätsdienstes im Einsatz zusammen mit anderen Berliner Dienststellen auf dem Gelände das Angebot. Modulare Sanitätseinrichtungen wie ein Operationscontainer zeigten die Rettungskette aus dem Einsatz bis ins Krankenhaus auf.
Das Zentrum für Nachwuchsgewinnung, das Feldjägerdienstkommando, der Sozialdienst der Bundeswehr und der Bundeswehrverband, das Luftwaffenmusikkorps 4, sowie auch zivile Rettungseinrichtungen zeigten ihr Können. Für das leibliche Wohl sorgte der beliebte Erbseneintopf und die Cafeteria des Hauses. Für die kleinsten Besucher wurde extra eine Kuscheltierklinik eingerichtet.

Meine Stadt - Mein Krankenhaus
Das Bundeswehrkrankenhaus behandelt vielschichtige Patienten. Neben den Soldaten steht es der Zivilbevölkerung mit seinem gesamten Leistungsspektrum zur Verfügung. Die Einbindung in den Rettungsdienst bringt täglich neue Patienten in dieses Haus in Berlin Mitte.
Neben dem ganz „normalen“ Bürger werden hier aber auch Spitzensportler betreut. Vier Sportsoldaten der Bundeswehr, welche für Deutschland bereits zahlreiche Meistertitel und auch Olympiamedaillen errungen haben, konnten daher auch dem Publikum ihre ganz persönlichen Geschichten über die hervorragende Versorgung im Bundeswehrkrankenhaus Berlin erzählen. Dabei verwundert es nicht, dass die meisten Behandlungen orthopädischer Natur waren.

Erneuerungen für mehr Professionalität
Das hochmoderne Krankenhaus konnte den interessierten Besuchern tiefe Einblicke in seine Bereiche gewähren, sogar in den neuen OP-Trakt, da dieser noch nicht für den Einsatz freigegeben war – er wurde gerade erst fertiggestellt. So konnten parallel zum realen Operationsbetrieb im „alten“ Gebäude die Säle besichtigt werden, die in Kürze in dieser Form der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sein werden.
Umso erfreulicher war es, dass komplette OP-Besatzungen mit viel Know-how und Motivation den Bürgern ihren Bereich und ihre Fähigkeiten näher brachten, während der Krankenhausbetrieb in gewohnter Form weiterlief. Ein gesamter Gebäudeteil steht kurz vor seiner Fertigstellung. Insgesamt sechs neue bzw. sanierte Bereiche werden in den nächsten Wochen und Monaten in Betrieb genommen. Im nächsten Jahr werden zudem weitere vier Bereiche saniert. Damit ist das Krankenhaus stets auf neuestem Stand.

Modernste Techniken auch im Detail
Neueste Technologien wurden aber nicht nur in baulicher Form präsentiert; so zeigten alle beteiligten Abteilungen auch im Detail, dass sie mit modernsten Mitteln Arbeiten.
Die orthopädische Ambulanz zeigte „am lebenden Objekt“, dass ein Unterarm-Klettcast quasi im „Handumdrehen“ fertiggestellt wird und erklärten die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten im Vergleich zum herkömmlichen Gips- oder Schienenverband.

Eine beeindruckende Bilanz
Der Chefarzt des Krankenhauses, Oberstarzt Dr. Wolfgang Düsel, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf dieses Tages und verdeutlichte die Bedeutung: „Wir wollen uns natürlich in erster Linie als Bundeswehrkrankenhaus verstehen, aber wir wollen auch ein Krankenhaus für die Berliner sein. Es herrscht noch allgemein die Meinung vor, dass dies ein Krankenhaus für die Soldaten sei und zivile Patienten hier keinen Platz finden. Insofern hat der Slogan ,Meine Stadt – Mein Krankenhaus’ zum Ziel, dass der Berliner Bürger sich mit diesem Krankenhaus identifizieren kann.“
Das Krankenhaus ist wahrlich auch für die Berliner da. Das zeigen die Zahlen der ambulanten Patienten in der Notfallrettung. Innerhalb von nur zehn Jahren stieg deren Zahl von 2000 auf heute 16000.
Bei sonnigem aber kaltem Wetter konnte das Krankenhaus an seinem ersten Tag der offenen Tür knapp 2000 Besucher zwischen 11.00 und 17.00 Uhr zählen. Wir dürfen gespannt sein auf 2010, dann nämlich feiert das Bundeswehrkrankenhaus Berlin sein 20-jähriges Bestehen.

